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Die alte Holtwicker Krippe

in unserer

Nikolaus Grundschule

 

Die alte Holtwicker Kirchenkrippe aus farbig gefassten Gipsfiguren wurde beim Umbau der Nikolaus-Pfarrkirche von Herrn Josef Leyer gerettet. In der damaligen Zeit wurden die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils im Kirchenbau umgesetzt. Die Erneuerung führte dazu, dass man sich von vielem "Alten" trennte.

In Holtwick waren das die beiden geschnitzten Seitenaltäre, der Hochaltar, die neogotischen Kirchenbänke und weitere Ausstattungsstücke der Kirche. Damals hat man diesen Ausstattungsstücken nur wenig Wert beigemessen. Sie fielen wie an vielen anderen Orten der Renovierung zum Opfer. Vieles ging unwiederbringlich verloren.

Die Holtwicker Kirchenkrippe entging diesem Schicksal. Sie ist wohl aus zwei Krippen zusammengesetzt, denn sie besitzt fünf Könige.

Schon als kleines Kind hatte Josef Leyer eine innige Beziehung zu dieser Krippe. Ihn faszinierte das große Kamel, auf das man ihn als kleines Kind gesetzt hatte.

Die alte Sakristei der Nikolauskirche bestand aus einer Messdienersakristei und einer Pristersakristei. Die Messdienersakristei hatte eine Außentür und eine Innentür zum Kirchenraum. Die eine Wand war durch einen Schrank gestaltet, der in den noch heute zu sehenden spitzbogigen Durchbruch zur Kirche eingefügt war. An der gegenüberliegenden Wand stand ein Messdienerschrank, daneben war der Durchgang zur Priestersakristei und in der Ecke war eine ummauerte Rundtreppe, die ins Obergeschoss der Sakristei führte. Die Treppenstufen waren mit unglaublich vielen Utensilien vollgestellt.

Beim Umbau der Kirche war die daran sich anschließende Priestersakristei bereits abgebrochen worden, so dass man vom Obergeschoss der Messdienersakristei aus beim Aufräumen alles durch das Fenster nach unten werfen konnte.

Josef Leyer war unterwegs zum Einkaufen nach Rosenbaum.Er sah als 13-jähriger wie die Krippenfiguren von oben herabgeworfen wurden. Der Esel war bereits gefallen und hatte seinen Kopf schon verloren.

Aus seiner Begeisterung für die Krippe reagierte er sofort und bat den Pfarrer ihm die Krippenfiguren, die jetzt zerstört werden sollten, zu überlassen.

Dann hat er die Figuren einzeln versteckt in Einkaufstaschen nach Hause getragen und auf dem Dachboden des Elternhauses gelagert.

Zu Weihnachten wurde dann immer ein Wohnzimmer bei Leyers mit der Kirchkrippe als Krippenlandschaft gestaltet.

Während seiner Zeit als Spiritual in der Loburg in Ostbevern (1989-1994) hat er die Figuren auf seine Kosten restaurieren lassen und der Kopf des Esels wurde neu gestaltet.

Dann hat er die Kirchenkrippe wie Treuhandgut seiner Heimatgemeinde zurückgegeben.

Autor: Pfarrer Josef Leyer, Heek